Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs vom 03.06.2026 – X R 27/23
Worum ging es?
Eltern zahlten im Jahr 2019 insgesamt 1.000 Euro Mitgliedsbeiträge an den Förderverein der staatlich anerkannten Privatschule ihrer beiden Kinder. Der Verein leitete die Gelder an die Schulträgerin weiter, um den laufenden Schulbetrieb zu finanzieren. Die Eltern wollten ihre Beiträge als Schulgeld steuerlich berücksichtigen lassen. Das Finanzamt lehnte dies ab: Die Vereinssatzung erlaube auch andere Förderzwecke, etwa Veranstaltungen, Studienreisen und Arbeitsmaterialien. Damit sei eine ausschließliche Verwendung für den normalen Schulbetrieb nicht sichergestellt.
Der Bundesfinanzhof gab den Eltern recht.
Entscheidend ist, wofür das Geld tatsächlich verwendet wird
Zahlungen müssen weder ausdrücklich „Schulgeld“ heißen noch unmittelbar an die Schule gehen. Auch Beiträge an einen Förderverein können Schulgeld sein, wenn sie wirtschaftlich als Gegenleistung für den Schulbesuch dienen. Dafür müssen die Gelder an den Schulträger weitergeleitet werden, diesem tatsächlich zur Verfügung stehen und zur Finanzierung des normalen Schulbetriebs verwendet werden. Gemeint sind Kosten, die bei einer staatlichen Schule grundsätzlich die öffentliche Hand trägt. Nach Auffassung des Gerichts macht es für die finanzielle Belastung der Eltern keinen Unterschied, ob die Schule selbst Schulgeld erhebt oder ihren Betrieb über Beiträge an einen Förderverein finanziert. Eine unmittelbare vertragliche Zahlungspflicht gegenüber dem Schulträger ist dafür nicht erforderlich.
Eine weit gefasste Vereinssatzung schließt den Abzug nicht aus
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